Die SchöneDingeMacherei spiegelt mein Lebensmotto wieder: schöne Dinge machen! Das verstehe ich im doppelten Sinne: schöne Dinge mit meinen Händen herstellen, aber auch schöne Dinge machen im Sinne von Gutes oder Richtiges tun.

Was bisher geschah

Seit ich denken kann, liebe ich es, Dinge zu basteln, zu bauen und zu nähen. Besonders gerne arbeite ich dabei mit Textilien. Deshalb erlernte ich zunächst den Beruf der Damen- und Herrenschneidermeisterin. Die Ausbildung weckte den Drang in mir, hinter die Dinge zu blicken und mehr über die Geschichte der Objekte und ihre Zusammenhänge zu erfahren. So entschloss ich mich, ein Studium der Kunstgeschichte mit Schwerpunkt auf Modegeschichte anzuschließen. Nach meinem Masterabschluss begann ich ein Volontariat im Münchner Stadtmuseum in der Sammlung Mode und Textil. Hier arbeitete ich viel am Computer. Abends hatte ich oft den Drang mich kreativ und handwerklich auszutoben, dabei aber gleichzeitig zu entspannen. So entdeckte ich das Sticken für mich. Ich saß abends gemütlich auf dem Sofa vor dem Fernseher oder mit einem schönen Hörbuch im Ohr und stickte. Zunächst bunte Blumen und nette Kreuzstichmotive, dann aber auch Menschen und alles um mich herum. Ich merkte, dass ich mit meinen Stickereien alles erschaffen und ausdrücken konnte.

Was ist Craftivism?

In meiner Ausbildung zur Modeschneiderin lernte ich auch die Schattenseiten der Mode-Industrie kennen: die Abwanderung der Produktion in Dritte-Welt-Länder und deren Arbeitsbedingungen, die Umweltbelastung und die soziale Ungerechtigkeit.

Auch diese Themen flossen in meine Stickereien ein. Bald merkte ich, dass es mir um mehr ging als nur bloße schöne Dinge herzustellen. Ich wollte mich ausdrücken, meine Meinung äußern und zur Diskussion anregen. Ohne den Begriff damals zu kennen, interessierte ich mich für „Craftivism“. Dabei geht es darum, handwerkliche Kunst und Aktivismus zu verbinden (wer mehr darüber lesen möchte, dem sei „How to be a Craftivist. The art of gentle Protest“ von Sarah Corbett empfohlen). Also mit Handwerklichem auf Missstände in der Welt aufmerksam machen. Denn nur, wenn ein Fokus auf Ungerechtigkeit gelegt wird, kann sich etwas zu ändern beginnen. Insbesondere das Sichtbarmachen der Arbeits- und Lebensbedingungen der Frauen in der Textilherstellung außerhalb Europas ist mir ein persönliches Bedürfnis.

Als alte Weltverbesserin liegen mir auch die Umwelt am Herzen. Deshalb versuche ich in allen Lebensbereichen möglichst nachhaltig zu agieren. Ich achte darauf biologisch und fair angebaute Lebensmittel zu kaufen, Plastik zu reduzieren und auch in meinen kreativen Projekten eher biologische Stoffe oder schon vorhandene Materialien wie ausrangierte Kleidung einzusetzen. In den letzten Jahren gab es viel Fortschritt in diesem Bereich, aber es gibt noch eine Menge zu tun. Beispielsweise bin ich noch auf der Suche nach ökologischen Stickgarn.

Wissen teilen – Freude verschenken

Gutes Bewirken beginnt für mich aber schon im Kleinen: mit selbst gemachten Dingen anderen eine Freude zu bereiten. Die oder der Beschenkte weiß, dass man sich Zeit für sie*ihn genommen hat und freut sich doppelt. Mit der SchöneDingeMacherei möchte ich diese Freude mit euch teilen! Ich zeige Kleinigkeiten zum Verschenken

Besonders viel Spaß macht es mir aber vor allem, wenn ich mein Wissen mit anderen teilen kann. Es gibt mir so viel Energie und Freude, wenn sich jemand freut, weil ich ihr*ihm erklärt habe wie man etwas selbst herstellt und sie*er das plötzlich einfach umsetzt.

Auf einer längeren Reise durch Südostasien erlebte ich, dass es besonders Kindern Spaß macht, sich kreativ mit Nadel und Faden auszudrücken und kleine Stickereien zu erstellen, und diese zu verschenken. Deshalb richtet sich die SchöneDingeMacherei an Klein und Groß. Demnächst wird es einen Stickkurs speziell für Kinder geben.

Meine Herzensthemen

Die SchöneDingeMacherei vereint somit mehrere Herzensthemen von mir, meine Liebe für kreative Handarbeiten und das Weitergeben meines Wissens, das Verschenken von Freude und immer mal die Thematisierung von Nachhaltigkeit und sozialer Gerechtigkeit (besonders gut kombinieren lassen sich diese Aspekte beim Upcyceln von Dingen).

Mein Motto ist: Sticke dein Leben und l(i)ebe das Sticken! Mein Medium dabei ist Nadel und Faden. Ich freue mich, euch mitzunehmen auf dieses Abenteuer und meine Freude mit euch zu teilen. Kommt mit und lasst uns Schönes machen und dabei Gutes tun!

Eure Mella